von Cecelia Palumbo, Clara Richter & Christina Constanze Polzer Die Frauen von Nagyrév (UA)
Die Frauen von Nagyrév können nicht mehr.
Während des Krieges erlangten die Frauen Autonomie im Dorf, doch die vom Krieg traumatisierten Männer kehren mit alten Abhängigkeiten, Alkohol-, Spielsucht und Gewalt zurück. Die Frauen sehen sich einer Ordnung ausgeliefert, in der ihre Körper und ihre Arbeit als selbstverständlich verfügbar gelten. Um zu überleben, beginnen sie, ihre Männer zu vergiften. Was als Ausweg erscheint, eskaliert: In 20 Jahren werden hunderte Menschen ermordet. Nagyrév wird zu einem Dorf des Sterbens.
1929 stehen die Frauen vor Gericht, die sich nicht schon zuvor selbst das Leben genommen haben: Einige von ihnen werden exekutiert, andere wiederum in einer Anstalt untergebracht oder zu lebenslanger Haft verurteilt.
Am System selbst ändert sich nichts. Aus Hunger, Gewalt und Verzweiflung wird ein Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde: die größte dokumentierte Arsen-Vergiftungswelle der Geschichte.
Die Frauen kehren aus dem Totenreich zu ihrer Geschichte zurück und durchleben erneut Gewalt, Schuld und Schmerz. Am Ende steht die Frage: Wie entkommt man einem System der Gewalt?
Mit
Kirsi Alanko
Sophia Haider
Sophia Pott
Lan Sticker
Sara Wiljaars
5. – 7. Juni 2026, 20:00
TD (Theaterdiscounter) Berlin
BALD AUF TOUR